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Baugenehmigungen für Mehrfamilienhäuser

28 November
Baugenehmigungen für Mehrfamilienhäuser

Starkes Plus bei Baugenehmigungen für Mehrfamilienhäuser

Der Wohnungsbau bewegt sich wieder. Besonders die Baugenehmigungen für Mehrfamilienhäuser zeigen im September 2025 einen deutlichen Anstieg. Nach einer langen Phase der Zurückhaltung meldet das Statistische Bundesamt ein Plus von 13 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Insgesamt wurden 24.400 Wohnungen genehmigt. Der stärkste Zuwachs zeigt sich im Neubau. Mit 20.900 genehmigten Einheiten liegt der Anstieg hier bei über 80 Prozent. Die Zahlen wirken positiv, doch Fachleute warnen: Genehmigt heißt noch lange nicht gebaut.

 

Baugenehmigungen für Mehrfamilienhäuser

Bildquelle: Pedro Miranda auf Unsplash

Mehrfamilienhäuser im Aufwind

Im Zeitraum von Januar bis September 2025 wurden insgesamt 175.600 Wohnungen genehmigt. Ein Plus von fast 12 Prozent. Besonders auffällig sind die Baugenehmigungen für Mehrfamilienhäuser, die in diesem Zeitraum bei rund 93.100 liegen. Das entspricht einem Wachstum von 13 Prozent und bestätigt die Bedeutung dieser Gebäudeart für den deutschen Wohnungsmarkt. Auch Einfamilienhäuser verzeichnen deutliche Zuwächse. Gleichzeitig ging die Zahl der Umbaugenehmigungen im Bestand etwas zurück.

Die Politik setzt verstärkt auf kreative Lösungen. So sollen Supermarkt- und Gewerbeflächen häufiger zu Wohnraum umgenutzt werden. Studien zeigen ein enormes Potenzial. Durch Aufstockung, Umwidmung und kluge Nachverdichtung könnten mehr als eine Million zusätzliche Wohnungen entstehen. In der Praxis zeigt sich jedoch, dass viele eingeschossige Gebäude nicht ohne Weiteres aufgestockt werden können. Häufig wäre ein vollständiger Neubau notwendig.

Genehmigt heißt nicht gebaut

Obwohl die Baugenehmigungen für Mehrfamilienhäuser steigen, bleibt die Lücke zwischen Genehmigungen und tatsächlichen Fertigstellungen groß. Im Jahr 2024 wurden nur 251.900 Wohnungen fertiggestellt, die niedrigste Zahl seit 2015. Viele Projekte scheitern oder verzögern sich aufgrund hoher Kosten, steigender Zinsen oder fehlender Kapazitäten. Verbände der Immobilienwirtschaft betonen daher, dass schnellere Genehmigungen zwar helfen, aber nicht ausreichen, um den Wohnungsbau langfristig zu stabilisieren. Entscheidend sind verlässliche Rahmenbedingungen und eine wirtschaftliche Planungssicherheit für Bauherren.

Wenn der Neubau stockt, lohnt sich der Blick auf Bestandsimmobilien

Parallel dazu bleibt der Neubau oft schwierig. Grundstücke sind knapp, vor allem in Städten. Selbst genehmigte Projekte ziehen sich über Jahre hin. Wer eigentlich bauen möchte, stößt schnell auf Planungszeiten, Kostensteigerungen oder fehlende Grundstücke.

Für viele Kaufinteressenten wird daher der Bestand wieder attraktiver. Bestandsimmobilien sind sofort verfügbar, man sieht ihren Zustand klar und kann die Lage direkt bewerten. Wer kein passendes Grundstück findet oder nicht warten möchte, ob ein Neubauprojekt tatsächlich startet, entdeckt im Bestand häufig eine sichere und planbare Alternative. Die Möglichkeit, ein Haus nach eigenen Vorstellungen weiterzuentwickeln, macht diesen Weg für viele zusätzlich interessant.

Bestandsimmobilien

Bildquelle: Albin Groen auf Unsplash

Zusätzliche Tipps für Interessenten und Eigentümer

Wer sich aktuell mit dem Thema Wohnungsbau beschäftigt, steht oft vor der Frage, ob Neubau oder Bestand besser geeignet ist. Auch angesichts der steigenden Baugenehmigungen für Mehrfamilienhäuser lohnt es sich, beide Wege bewusst zu vergleichen. Ein hilfreicher Ansatz ist, frühzeitig zu prüfen, wie realistisch ein Neubauprojekt im eigenen Umfeld überhaupt ist. Viele Kommunen stellen digitale Verfügbarkeitskarten bereit, über die Interessenten sehen können, wo Bauland ausgewiesen wird und welche Quartiere in Planung sind. Das schafft Orientierung, bevor man Zeit in ein mögliches Bauprojekt investiert.

Für Eigentümerinnen und Eigentümer, die ein Grundstück besitzen und selbst bauen möchten, kann ein Blick auf bestehende Bebauungspläne sinnvoll sein. Sie zeigen, wie viel Geschossfläche zulässig ist und ob eine Nachverdichtung oder Aufstockung möglich wäre. Gleichzeitig empfiehlt es sich, regionale Förderprogramme im Blick zu behalten, die den Neubau oder die Modernisierung finanziell unterstützen.

Für Kaufinteressenten, die flexibel bleiben möchten, hilft ein zweigleisiger Ansatz. Während man prüft, ob ein Neubau realistisch ist, lohnt es sich parallel, Bestandsimmobilien in bevorzugten Lagen anzuschauen. Viele Häuser bieten Potenzial, das oft unterschätzt wird, und lassen sich durch gezielte Modernisierung an die eigenen Wünsche anpassen. Wer diese beiden Wege kombiniert, hat deutlich bessere Chancen, zeitnah die passende Immobilie zu finden.

Baugenehmigungen für Mehrfamilienhäuser: Was bedeutet das für den Markt

Die steigenden Baugenehmigungen für Mehrfamilienhäuser senden ein wichtiges Signal. Der Bedarf ist hoch, und die Behörden reagieren. Dennoch ist klar, dass die Umsetzung Zeit braucht. Bis aus einer Genehmigung ein fertiges Zuhause wird, vergehen oft Jahre. Bestandsimmobilien bleiben deshalb ein stabiler und wichtiger Teil des Marktes. Sie bieten sofortige Lösungen in einem Umfeld, in dem Neubauten oft erst auf lange Sicht realisierbar sind.

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