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Heizungsgesetz

30 Januar
Heizungsgesetz

Kommt bald ein neues Heizungsgesetz?

Das geplante neue Heizungsgesetz sorgt weiterhin für Unsicherheit bei Hauskäufern und Immobilienbesitzern. Für Menschen, die eine Immobilie kaufen oder verkaufen möchten, ist das Thema längst mehr als politische Theorie. Heizungsart, Energieeffizienz und mögliche Folgekosten spielen eine immer größere Rolle bei Preisfindung und Kaufentscheidungen.

Das sogenannte „Heizungsgesetz“ ist eigentlich Teil des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) und regelt, wie Gebäude zukünftig beheizt werden. Die Bundesregierung will dieses Gesetz überarbeiten, weil die aktuelle Fassung auf viel Kritik. Doch was genau bedeutet das neue Heizungsgesetz für Immobilienkäufer?

Neues Heizungsgesetz

Bildquelle: e24 auf Unsplash

Warum Heizungen den Immobilienwert beeinflussen

Seit Anfang 2024 gelten im Rahmen des Gebäudeenergiegesetzes strengere Anforderungen an neue Heizungen. Vorgesehen ist, dass neu installierte Anlagen überwiegend mit erneuerbaren Energien betrieben werden. Diese Regelung steht politisch unter Druck und soll überarbeitet werden. Doch genau dieses Vorgehen sorgt für noch mehr Unsicherheit.

Käufer von Einfamilienhäusern möchten wissen, ob sie in absehbarer Zeit investieren müssen. Immobilien-Verkäufer fragen sich, ob eine ältere Heizung den Verkauf erschwert oder den Preis des Hauses drückt. Klar ist bereits jetzt, dass die Heiztechnik stärker als früher in die Bewertung einer Immobilie einfließt.

Warum steht das Heizungsgesetz zur Debatte?

Seit Anfang 2024 gilt mit dem GEG eine Vorgabe, nach der neue Heizungen zu mindestens 65 % mit erneuerbaren Energien betrieben werden sollen. Das betrifft im ersten Moment vor allem Neubauten. Wer also ein Grundstück kauft und auf diesem ein Wohnhaus errichtet, muss sich intensiver mit dem Thema Heizungsanlage auseinandersetzen.

Jedoch wird das Heizungsgesetz, egal ob in der alten oder neuen Fassung nicht nur Neubauten betreffen, sondern auch Bestandsbauten. Spätestens dann, wenn ein Heizungstausch ansteht.

Aktuell ist die 65-Prozent-Regel politisch umstritten:

  • Die SPD hält sie für ein klares Klimaschutzsignal.
  • Die Union kritisiert, sie sei zu starr und nicht technologieoffen.

Darauf basiert der aktuelle Streit in Regierung und Bundestag, und eine Reform soll diese Diskussion lösen.

Welche Änderungen im Heizungsgesetz aktuell diskutiert werden

Statt einer festen Quote für erneuerbare Energien wird über einen CO₂-Grenzwert für Heizungen gesprochen. Dabei zählt nicht mehr, welche Technik genutzt wird, sondern wie hoch der tatsächliche CO₂-Ausstoß ist. Dieser Ansatz gilt als flexibler und lässt mehr Spielraum bei der Wahl des Systems.

Daneben wurden auch andere Modelle geprüft, etwa Punktesysteme oder Quoten für klimafreundliche Gase. Der CO₂-Grenzwert wird jedoch als praktikabelste Lösung gesehen, weil er technologieoffen ist und sich am realen Ausstoß orientiert.

Ab wann soll das neue Heizungsgesetz gelten? Ein konkreter Beschluss steht noch aus. Eine Einigung wird für das Frühjahr 2026 erwartet. In größeren Städten könnten neue Anforderungen ab Mitte 2026 gelten, in kleineren Gemeinden später. Entscheidend wird dabei auch die kommunale Wärmeplanung sein, die festlegt, welche Heizformen langfristig vorgesehen sind.

Heizungsgesetz

Bildquelle: Scott Graham auf Unsplash

Was Käufer von Immobilien beachten sollten

Beim Immobilienkauf lohnt sich ein genauer Blick auf die Heizungsanlage. Alter, Technik und Wartungszustand geben Hinweise darauf, ob in den nächsten Jahren größere Investitionen anstehen könnten. Immobilien mit moderner oder gut umrüstbarer Heiztechnik gelten zunehmend als planbarer.

Auch die Finanzierung sollte mögliche Modernisierungen berücksichtigen. Förderprogramme können helfen, einen späteren Austausch wirtschaftlich abzufedern. Wer diese Punkte früh einkalkuliert, vermeidet unangenehme Überraschungen.

Langfristig wird eine zukunftsfähige Heizlösung auch beim Wiederverkauf relevant sein. Käufer von heute denken häufiger schon an den nächsten Schritt.

Was Verkäufer berücksichtigen sollten

Für Verkäufer ist Transparenz entscheidend. Je klarer der Zustand der Heizungsanlage dokumentiert ist, desto besser lässt sich Vertrauen schaffen. Dazu gehören Baujahr, Wartungsnachweise und eine realistische Einschätzung des Modernisierungsbedarfs.

Es kann hilfreich sein, potenzielle Optionen aufzuzeigen. Das können alternative Heizsysteme, Anschlussmöglichkeiten an Wärmenetze oder Hinweise auf Förderungen sein. Käufer erwarten keine perfekte Lösung, sondern nachvollziehbare Informationen. Eine Immobilie mit klarer energetischer Perspektive wirkt oft stabiler im Preis und lässt sich ruhiger vermarkten.

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