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Serielle Sanierung-alle Antworten

22 März
Serielle Sanierung-alle Antworten

Serielle Sanierung: Was Immobilienkäufer über Sanierung, Heizung und Förderung wissen sollten

Die serielle Sanierung wird auf dem Immobilienmarkt zunehmend relevanter. Gerade für Immobilienkäufer kann das Thema wichtig sein, weil sich Sanierung, Heizung, Energiekosten und Finanzierung dadurch deutlich verändern. Wer ein älteres Haus kaufen will, sollte deshalb früh prüfen, ob eine serielle Sanierung überhaupt infrage kommt und welche Vorteile sie im Vergleich zu einer klassischen Sanierung haben kann. Die KfW fördert serielle Sanierungen im Rahmen des Programms Wohngebäude – Kredit 261 mit einem Extra-Bonus von 15 Prozent, wenn im Zuge der Sanierung die Effizienzhaus-Stufe 40 oder 55 erreicht wird.

Serielle Sanierung

Bildquelle: Haberdoedas auf Unsplash

Was ist eine serielle Sanierung?

Gemeint ist ein Sanierungsansatz, bei dem vorgefertigte Elemente, etwa für Fassade oder Dach, industriell vorbereitet und anschließend am Gebäude montiert werden. Genau dadurch sollen Sanierungen planbarer, schneller und besser skalierbar werden. Für Käufer ist das vor allem dann interessant, wenn sie eine ältere Immobilie erwerben, deren energetischer Zustand modernisiert werden muss. Die KfW und das BAFA führen serielle Sanierung inzwischen als eigenes Förderthema innerhalb der Bundesförderung für effiziente Gebäude.

Für Immobilienkäufer stellt sich meist zuerst die Frage, ob serielle Sanierung für jedes Haus geeignet ist. Ganz so einfach ist es nicht. Besonders gut passt das Verfahren in der Praxis zu Gebäuden mit wiederkehrenden Bauteilen und klaren Strukturen. Bei sehr individuellen Häusern oder stark verwinkelten Bestandsbauten kann der Nutzen geringer sein.

Ein wichtiger Punkt ist die Heizung. Viele Käufer schauen zuerst auf die Frage, ob eine alte Heizung ausgetauscht werden muss. Das ist verständlich, greift aber oft zu kurz. In vielen Fällen hängt die passende Heizlösung auch davon ab, wie gut die Gebäudehülle später gedämmt ist. Wer über Sanierung und Energiewandel nachdenkt, sollte deshalb nicht nur auf die Heizung schauen, sondern das gesamte Haus betrachten. Genau hier kann eine serielle Sanierung interessant sein, weil sie die energetische Modernisierung der Hülle beschleunigen kann und damit auch die Grundlage für eine effizientere Heiztechnik schafft.

Welche Vorteile kann eine serielle Sanierung für Käufer haben?

Für Immobilienkäufer kann eine serielle Sanierung aus mehreren Gründen interessant sein. Gerade bei älteren Häusern geht es nicht nur um den Kaufpreis. Auch der spätere Aufwand für Sanierung, Finanzierung und Energiekosten spielt eine wichtige Rolle.

Die wichtigsten Vorteile im Überblick:

  • Sanierungen lassen sich oft besser planen, weil viele Bauteile vorgefertigt sind und Abläufe strukturierter ablaufen
  • Die Umsetzung kann schneller gehen als bei einer klassischen Sanierung, weil einzelne Schritte stärker standardisiert sind
  • Kosten lassen sich oft besser kalkulieren, was gerade für Käufer bei der Finanzierungsplanung wichtig ist
  • Die energetische Qualität des Hauses kann deutlich verbessert werden, etwa bei Fassade, Dach oder Gebäudehülle
  • Eine spätere Heizungsmodernisierung lässt sich oft besser einordnen, wenn die Gebäudehülle bereits mitgedacht wird
  • Förderungen können den finanziellen Aufwand senken, etwa über die KfW bei einer Effizienzhaus-Sanierung
  • Bei serieller Sanierung ist ein zusätzlicher Förderbonus möglich, wenn die Voraussetzungen erfüllt werden
  • Die langfristigen Energiekosten können sinken, wenn das Gebäude nach der Sanierung effizienter aufgestellt ist

Ein weiterer Vorteil kann in der Finanzierung liegen. Wer eine Immobilie kauft und sie energetisch zu einem Effizienzhaus sanieren will, kann über die KfW Förderkredite von bis zu 150.000 Euro je Wohneinheit erhalten. Hinzu kommt je nach Sanierungsstandard ein Tilgungszuschuss. Bei serieller Sanierung ist zusätzlich ein Extra-Bonus möglich. Für Käufer kann das wichtig sein, weil sich dadurch die Gesamtkosten einer Modernisierung besser kalkulieren lassen. Voraussetzung ist allerdings, dass die technischen und energetischen Bedingungen erfüllt werden und ein Experte für Energieeffizienz eingebunden wird.

Serielle Sanierung

Bildquelle: Roar Skotte auf Unsplash

Wo liegen die Grenzen der seriellen Sanierung?

Trotz der Vorteile ist die serielle Sanierung nicht automatisch die beste Lösung für jede Immobilie. Käufer sollten vor allem auf drei Punkte achten. Erstens: Passt das Verfahren überhaupt zum Gebäude? Zweitens: Welche Effizienzhaus-Stufe ist realistisch erreichbar? Drittens: Welche Förderung ist dadurch tatsächlich möglich? Gerade bei älteren Bestandsimmobilien zeigt sich oft erst nach genauer Prüfung, welche Maßnahmen wirtschaftlich sinnvoll sind. Ein günstiger Kaufpreis kann deshalb am Ende teuer werden, wenn Dach, Fassade, Fenster und Heizung gemeinsam modernisiert werden müssen.

Wo gibt es Förderung für Sanierung und Heizung?

Für Käufer ist diese Frage besonders wichtig. Wer eine Immobilie mit Sanierungsbedarf erwerben will, sollte die Förderlandschaft möglichst früh prüfen. Für komplette Effizienzhaus-Sanierungen ist vor allem die KfW wichtig. Dort läuft mit dem Kredit 261 die Förderung für die Sanierung und auch für den Kauf einer bestehenden Immobilie, wenn diese zum Effizienzhaus saniert wird. Die KfW nennt dabei Kredite von bis zu 150.000 Euro je Wohneinheit sowie Tilgungszuschüsse von 5 bis 45 Prozent. Bei serieller Sanierung kommt ein zusätzlicher Bonus von 15 Prozentpunkten hinzu.

Für Einzelmaßnahmen ist dagegen oft das BAFA die richtige Anlaufstelle. Dort werden unter anderem Maßnahmen an der Gebäudehülle, Anlagentechnik außer Heizung und Heizungsoptimierung gefördert. Das BAFA weist außerdem darauf hin, dass Bestandsgebäude für diese Förderung in der Regel mindestens fünf Jahre alt sein müssen. Für Käufer ist das ein wichtiger Hinweis, weil sich je nach Objekt ganz unterschiedliche Förderwege ergeben können.

Daneben gibt es auch eine steuerliche Förderung für energetische Gebäudesanierungen. Auf energiewechsel.de wird erklärt, dass die Höchstsumme der Förderung 40.000 Euro pro Wohnobjekt beträgt. Das kann für Käufer interessant sein, die nicht jede Maßnahme über klassische Förderprogramme abwickeln wollen oder prüfen möchten, welche Alternative im konkreten Fall besser passt.

 

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