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Gebäudemodernisierungsgesetz: Alle kommenden Änderungen im Überblick

5 Mai
Gebäudemodernisierungsgesetz: Alle kommenden Änderungen im Überblick

Viele Eigentümer fragen sich derzeit, was mit dem geplanten Gebäudemodernisierungsgesetz auf sie zukommt. Noch ist das Gesetz nicht beschlossen. Bisher gibt es vor allem Eckpunkte der Bundesregierung. Trotzdem lässt sich schon erkennen, in welche Richtung die Reform gehen soll.

Das bisherige Gebäudeenergiegesetz soll durch das Gebäudemodernisierungsgesetz abgelöst werden. Besonders wichtig ist das beim Thema Heizung. Die bisherige 65-Prozent-Regel soll wegfallen. Neue Gas- und Ölheizungen sollen wieder möglich sein. Ganz ohne Vorgaben bleibt es aber nicht.

Ab 2029 sollen neue Gas- und Ölheizungen nach und nach mit klimafreundlicheren Brennstoffen betrieben werden. Für Eigentümer bedeutet das: Es gibt voraussichtlich mehr Spielraum bei der Entscheidung, aber die langfristigen Kosten bleiben ein wichtiger Punkt.

Gebäudemodernisierungsgesetz

Bildquelle: Scott Graham auf Unsplash

Gebäudemodernisierungsgesetz Änderungen: Was bei der Heizung geplant ist

Eine der wichtigsten Gebäudemodernisierungsgesetz Änderungen betrifft die bisherige 65-Prozent-Regel. Diese Vorgabe sollte sicherstellen, dass neue Heizungen zu einem großen Teil mit erneuerbaren Energien betrieben werden. Mit dem neuen Gesetz soll diese pauschale Regel gestrichen werden.

Eigentümer sollen beim Austausch der Heizung wieder freier entscheiden können. Neben Wärmepumpe, Fernwärme, Hybridheizung oder Biomasse sollen auch neue Gas- und Ölheizungen möglich bleiben.

Das ist für viele Eigentümer erst einmal eine Entlastung. Gerade bei älteren Häusern ist der Heizungstausch oft keine einfache Entscheidung. Nicht jede Technik passt zu jedem Gebäude. Dämmung, Heizkörper, Warmwasser und Verbrauch spielen eine große Rolle.

Trotzdem sollte niemand nur auf den Anschaffungspreis schauen. Wer eine neue Gas- oder Ölheizung einbauen lässt, muss die kommenden Anforderungen mitdenken.

Neue Gas- und Ölheizungen: möglich, aber nicht ohne Vorgaben

Nach den bisherigen Plänen sollen neue Gas- und Ölheizungen ab 2029 einen wachsenden Anteil klimafreundlicher Brennstoffe nutzen. Genannt werden zum Beispiel Biomethan oder synthetische Brennstoffe. Zum Start ist ein Anteil von zehn Prozent im Gespräch. Danach soll der Anteil bis 2040 schrittweise steigen. Genau deshalb bleibt die Heizungsfrage auch mit dem neuen Gesetz wichtig.

Für Eigentümer heißt das: Eine Gas- oder Ölheizung kann zwar weiterhin eine Option sein. Die späteren Betriebskosten sollten aber vorher genau betrachtet werden. Klimafreundlichere Brennstoffe können teurer sein und sind nicht überall gleich gut verfügbar. Das kann später auch beim Verkauf eine Rolle spielen. Käufer fragen heute genauer nach der Heizung, dem Verbrauch und möglichen Modernisierungskosten.

Funktionierende Heizungen sollen nicht automatisch ausgetauscht werden

Ein wichtiger Punkt vorweg: Nach den bisherigen Eckpunkten soll es keine Pflicht geben, eine funktionierende Heizung auszubauen. Auch pauschale Betriebsverbote für bestimmte Heizungsarten sollen gestrichen werden.

Wer also aktuell eine laufende Gas- oder Ölheizung im Haus hat, muss nach dem geplanten Stand nicht allein wegen des Gebäudemodernisierungsgesetzes handeln.

Trotzdem lohnt sich ein Blick auf den Zustand der Anlage. Wie alt ist die Heizung? Wie hoch ist der Verbrauch? Gab es in letzter Zeit Reparaturen? Und wie wirkt sich die Technik auf den Energieausweis aus? Diese Fragen sind nicht nur für den Alltag wichtig. Sie werden auch dann relevant, wenn eine Immobilie verkauft oder vermietet werden soll.

Gebäudemodernisierungsgesetz Heizungen

Bildquelle: e24 auf Unsplash

Was Vermieter  von Wohnungen oder Häusern beachten sollten

Beim Mieterschutz gab es lange Diskussionen. Inzwischen hat sich die Koalition auf eine Kostenbremse geeinigt. Kostenrisiken bei CO2, Netzentgelten und Biogas sollen zwischen Mietern und Vermietern geteilt werden.

Das betrifft vor allem Fälle, in denen nach einem Heizungstausch wieder eine Gas- oder Ölheizung eingebaut wird. Vermieter sollen sich dann an bestimmten laufenden Kosten beteiligen.

Für Vermieter ist das ein wichtiger Punkt. Die Entscheidung für eine neue Heizung betrifft nicht nur den Einbau. Sie kann auch später Auswirkungen auf die laufenden Kosten und die Umlagefähigkeit haben.

Wer vermietet, sollte deshalb genauer rechnen. Eine Anlage, die zunächst günstiger wirkt, kann auf Dauer teurer werden.

Förderung  für den Heizungstausch bleibt bestehen

Die Förderung für den Heizungstausch soll nach den bisherigen Plänen grundsätzlich erhalten bleiben. Die Bundesförderung für effiziente Gebäude soll mindestens bis 2029 finanziell abgesichert werden.

Für Eigentümer ist das wichtig, weil eine neue Heizung schnell hohe Kosten verursacht. Fördermittel können helfen, die Investition besser zu stemmen.

Trotzdem sollte die Förderung nicht allein über die Entscheidung bestimmen. Eine Wärmepumpe, ein Anschluss an ein Wärmenetz oder eine Hybridlösung muss zum Gebäude passen. Sonst entstehen später neue Probleme oder unnötig hohe Betriebskosten.

Was bedeutet das beim Hausverkauf in Kassel?

Beim Hausverkauf in Kassel bleibt der energetische Zustand ein wichtiges Thema. Das Gebäudemodernisierungsgesetz ändert daran nichts. Viele Käufer schauen heute sogar genauer hin, wenn es um Heizung, Energieausweis und mögliche Modernisierungskosten geht.

Gerade in Kassel und der Region gibt es viele Bestandsimmobilien, bei denen die Heizungsfrage eine Rolle spielt. Eine ältere Gas- oder Ölheizung ist dabei nicht automatisch ein Verkaufsproblem. Wichtig ist, dass der Zustand realistisch eingeordnet wird. Käufer möchten wissen, womit sie in den nächsten Jahren rechnen müssen.

Dazu gehören ein gültiger Energieausweis, Angaben zur Heizungsanlage, Verbrauchswerte und Nachweise über bereits durchgeführte Modernisierungen. Je besser diese Unterlagen vorbereitet sind, desto sicherer läuft die Vermarktung.

Offene Fragen zur Heizung oder zum Energieverbrauch können sonst schnell zu Unsicherheit führen. Gerade bei älteren Häusern in Kassel ist es deshalb sinnvoll, den Zustand klar darzustellen. Das schafft Vertrauen und hilft dabei, den passenden Verkaufspreis zu finden.

Wir unterstützen Sie dabei, Ihre Immobilie realistisch einzuordnen und wichtige Unterlagen für Verkauf oder Vermietung vorzubereiten.

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