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Serielles Sanieren senkt CO₂-Bilanz im Pilotprojekt um bis zu 81 Prozent

8 September
Serielles Sanieren senkt CO₂-Bilanz im Pilotprojekt um bis zu 81 Prozent

Serielles Sanieren kann die Treibhausgasemissionen eines Gebäudes über den gesamten Lebenszyklus deutlich senken. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie der Deutschen Energie-Agentur. Im untersuchten Pilotprojekt lagen die Einsparungen gegenüber dem unsanierten Bestand bei bis zu 81 Prozent.

Grundlage der Untersuchung sind zwei viergeschossige Mehrfamilienhäuser aus dem Jahr 1962 in Salzgitter. Beide Gebäude hatten vor der Sanierung die Energieeffizienzklasse F und werden mit vorgefertigten Holzständerelementen auf den Standard Effizienzhaus 55 gebracht. Die Dena betrachtet dabei nicht nur den späteren Energieverbrauch, sondern auch Herstellung, Materialien und technische Ausstattung über einen Zeitraum von 50 Jahren. So lässt sich erstmals genauer vergleichen, wie sich eine serielle Sanierung mit biobasierten Baustoffen über den gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes auswirkt.

Serielles Sanieren

Bildquelle: Nameless Photos auf Unsplash

Serielles Sanieren spart im Modell rund 3.000 Tonnen CO₂

Für den Vergleich hat die Dena mehrere Varianten berechnet. Bleibt das Gebäude unsaniert, entstehen über den betrachteten Zeitraum die höchsten Emissionen. Eine konventionelle Sanierung mit Wärmedämmverbundsystem reduziert sie um rund 74 Prozent. Bei der seriellen Variante sind es etwa 79 Prozent.

Noch besser fällt die Bilanz aus, wenn verstärkt biobasierte Materialien und wiederverwendete Bauteile eingesetzt werden. In dieser Variante sinken die Emissionen gegenüber dem unsanierten Zustand um rund 81 Prozent. Insgesamt spart die serielle Sanierung im untersuchten Projekt über 50 Jahre etwa 3.000 Tonnen CO₂-Äquivalente ein.

Der zusätzliche CO₂-Ausstoß durch Herstellung und Einbau der Sanierung ist laut Studie bereits nach etwa zwei bis vier Jahren durch den geringeren Energiebedarf ausgeglichen.

Vorgefertigte Elemente verändern die Sanierung

Beim Seriellen Sanieren werden Fassaden- und teilweise auch Dachelemente vorproduziert und anschließend am bestehenden Gebäude montiert. Ein Teil der Arbeiten verlagert sich damit von der Baustelle in die Vorfertigung.

Bei den Gebäuden in Salzgitter kommen Holzständerelemente zum Einsatz. Biobasierte Baustoffe können zusätzlich Kohlenstoff speichern. In der optimierten Variante der Studie liegt dieser Effekt bei rund 160 Tonnen CO₂-Äquivalenten.

Auch die Wiederverwendung von Bauteilen spielt eine Rolle. Werden Materialien weiter genutzt, müssen weniger neue Rohstoffe eingesetzt werden. Das verbessert nicht nur die Ressourcenbilanz, sondern reduziert auch Emissionen aus der Herstellung neuer Baustoffe.

Die 81 Prozent gelten nicht für jedes Bestandsgebäude

Wenn Sie ein älteres Haus besitzen, sollten Sie die Zahl von 81 Prozent nicht direkt auf Ihre Immobilie übertragen. Die Dena bezeichnet die Untersuchung ausdrücklich als Pilotstudie. Grundlage sind konkrete Mehrfamilienhäuser mit einer bestimmten Ausgangseffizienz und festgelegten Sanierungsvarianten.

Wie die Bilanz bei Ihrem Gebäude ausfällt, hängt unter anderem vom bisherigen Energieverbrauch, der Gebäudeform, dem Dämmstandard, der Heizung und den eingesetzten Materialien ab.

Serielles Sanieren kommt inzwischen aber nicht nur für größere Wohnanlagen infrage. Auch für Einfamilienhäuser gibt es entsprechende Konzepte. Ob eine serielle Sanierung für Ihr Haus infrage kommt, hängt vom Gebäude und vom Umfang der geplanten energetischen Sanierung ab.

Energetische Sanierung von Wohngebäuden

Bildquelle: Alexander David auf Unsplash

Bei älteren Bestandsimmobilien lohnt sich der Vergleich

Bei einer umfangreichen energetischen Sanierung entsteht zunächst zusätzliche graue Energie durch neue Bauteile und Materialien. Im untersuchten Projekt war dieser Effekt nach wenigen Jahren ausgeglichen. Danach wirken sich vor allem der geringere Energiebedarf und die verwendeten Baustoffe auf die weitere Klimabilanz aus.

Wenn Sie eine ältere Bestandsimmobilie sanieren möchten, sollten Sie deshalb nicht nur auf die späteren Heizkosten schauen. Auch die Frage, welche Materialien eingesetzt werden und wie umfangreich die Arbeiten ausfallen, gehört in die Entscheidung.

Die Dena-Studie zeigt vor allem, dass sich der Blick auf den gesamten Lebenszyklus lohnt. Gerade bei älteren Gebäuden kann der Vergleich verschiedener Sanierungsvarianten helfen, eine Lösung zu finden, die nicht nur den Energieverbrauch senkt, sondern auch bei der CO₂-Bilanz besser abschneidet.

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