Immobiliennews Artikelansicht Zeitung Notebook Immobilienservice

Wärmepumpen Trend 2026: Neubauten ziehen davon, Bestandsimmobilien bleiben fossil geprägt

11 Juni
Wärmepumpen Trend 2026: Neubauten ziehen davon, Bestandsimmobilien bleiben fossil geprägt

Der Wärmepumpen Trend 2026 hat den Neubau erreicht. In neuen Wohngebäuden ist die Wärmepumpe inzwischen die wichtigste Heiztechnik. Bei Bestandsimmobilien sieht die Lage anders aus: Dort bestimmen weiterhin Gas- und Ölheizungen den Markt.

Für Käufer und Verkäufer wird diese Entwicklung immer relevanter. Denn die Heizung ist längst nicht mehr nur ein technisches Detail im Keller. Sie beeinflusst Betriebskosten, Modernisierungsbedarf, Finanzierung und am Ende oft auch die Kaufpreisverhandlung.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamts wurden 2025 rund 58.900 Wohngebäude fertiggestellt. 73,6 Prozent davon nutzten hauptsächlich Wärmepumpen zur Erzeugung der Heizenergie. 2015 waren es erst 31,4 Prozent. Innerhalb von zehn Jahren hat sich der Anteil also mehr als verdoppelt.

Besonders stark ist der Trend bei Ein- und Zweifamilienhäusern. In rund 78 Prozent der 2025 fertiggestellten Ein- und Zweifamilienhäuser wurde hauptsächlich mit einer Wärmepumpe geheizt. Bei Mehrfamilienhäusern liegt der Anteil niedriger, steigt aber ebenfalls.

Wärmepumpe

Foto von alpha innotec auf Unsplash

Wärmepumpen Trend 2026: Im Neubau ist die Wärmepumpe fast Normalfall

Der Blick auf neue Wohngebäude zeigt, wie deutlich sich der Heizungsmarkt verschoben hat. Knapp vier von fünf Neubauten wurden 2025 überwiegend mit erneuerbarer Energie beheizt. Dazu zählen neben Luft- und Erdwärmepumpen auch Holz, Solarthermie, Biogas und Biomethan.

Erdgas hat im Neubau stark an Bedeutung verloren. 2025 wurde es nur noch in rund zehn Prozent der neuen Wohngebäude als Hauptenergiequelle eingesetzt. Zehn Jahre zuvor lag der Anteil noch bei mehr als 50 Prozent. Ölheizungen spielen im Neubau praktisch keine Rolle mehr.

Dass die Wärmepumpe gerade hier so stark ist, überrascht nicht. Neubauten haben in der Regel einen niedrigen Wärmebedarf, gute Dämmstandards und Heizsysteme, die auf niedrige Vorlauftemperaturen ausgelegt sind. Genau unter diesen Bedingungen arbeiten Wärmepumpen besonders effizient.

Im Bestand ist der Wechsel deutlich schwieriger

Bei bestehenden Wohngebäuden sieht das Bild anders aus. Mehr als die Hälfte der Gebäude mit Wohnraum wird hauptsächlich mit Erdgas beheizt. Knapp ein Viertel nutzt Heizöl. Erneuerbare Energien kommen im Bestand bislang nur auf einen deutlich kleineren Anteil.

Das ist für den Immobilienmarkt entscheidend, weil die meisten gehandelten Wohnimmobilien keine Neubauten sind. Sie haben vorhandene Heizungsanlagen, ältere Gebäudetechnik und sehr unterschiedliche energetische Voraussetzungen. Manche Häuser wurden bereits modernisiert. Andere haben alte Fenster, ungedämmte Dächer oder Heizkörper, die hohe Vorlauftemperaturen benötigen.

Genau hier liegt der Unterschied zum Neubau: Der Wärmepumpen Trend lässt sich nicht einfach übertragen. Eine Wärmepumpe kann in einer Bestandsimmobilie sinnvoll sein, aber nicht jedes Gebäude ist sofort dafür vorbereitet. Entscheidend ist nicht allein das Baujahr, sondern der tatsächliche Zustand des Hauses.

Ist die Wärmepumpe im Altbau sinnvoll?

Die Frage „Ist eine Wärmepumpe im Altbau sinnvoll?“ taucht bei vielen Eigentümern und Käufern auf. Eine einfache Ja-oder-Nein-Antwort wäre unseriös.

Ein älteres Haus ist nicht automatisch ungeeignet. Viele Bestandsgebäude können mit einer Wärmepumpe beheizt werden, wenn Wärmebedarf, Heizflächen und Gebäudedämmung zusammenpassen. In manchen Fällen reicht es, einzelne Heizkörper zu vergrößern, einen hydraulischen Abgleich durchführen zu lassen oder die Heizkurve richtig einzustellen. In anderen Fällen sind zusätzliche Maßnahmen sinnvoll, etwa neue Fenster, eine Dachdämmung oder die Dämmung der obersten Geschossdecke.

Wichtig ist vor allem die Vorlauftemperatur. Je niedriger sie sein kann, desto effizienter arbeitet die Wärmepumpe. Deshalb sollte vor einer Entscheidung geprüft werden, wie viel Wärme das Gebäude tatsächlich braucht und ob das bestehende Heizsystem dafür geeignet ist.

Alte Heizung beim Hauskauf: Ein Thema für die Kalkulation

Eine alte Heizung beim Hauskauf muss kein Ausschlusskriterium sein. Sie sollte aber sauber bewertet werden. Käufer sollten nicht nur fragen, ob die Anlage noch funktioniert. Wichtiger sind Alter, Verbrauch, Wartungszustand und mögliche Folgekosten.

Hilfreich sind vor allem der Energieausweis, Verbrauchsdaten der vergangenen Jahre, Wartungsnachweise und Angaben zum Baujahr der Heizungsanlage. Auch bereits erfolgte Modernisierungen gehören auf den Tisch: neue Fenster, Dachsanierung, Fassadendämmung, erneuerte Heizkörper oder eine vorhandene Photovoltaikanlage.

Die Modernisierungskosten für die Heizung beim Hauskauf können erheblich sein. Deshalb sollten sie früh in die Finanzierung einbezogen werden. Eine Immobilie mit älterer Gas- oder Ölheizung kann weiterhin attraktiv sein, wenn der Modernisierungsbedarf realistisch kalkuliert und im Kaufpreis berücksichtigt wird. Problematisch wird es eher dann, wenn Unterlagen fehlen oder der energetische Zustand unklar bleibt.

Gasheizung oder Wärmepumpe im Altbau: Nicht nur auf den Einbaupreis schauen

Bei der Entscheidung zwischen Gasheizung oder Wärmepumpe im Altbau wird oft zuerst über die Anschaffungskosten gesprochen. Das ist verständlich, reicht aber nicht aus.

Eine neue Gasheizung kann beim Einbau günstiger sein. Über die Nutzungsdauer zählen jedoch auch Energiepreise, Wartung, CO₂-Kosten, mögliche Fördermittel und der tatsächliche Verbrauch. Gerade diese langfristige Betrachtung verändert den Vergleich.

Analysen des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme zeigen, dass Wärmepumpen in Bestandswohngebäuden langfristig wirtschaftlich sein können. Besonders gut schneiden sie in Einfamilienhäusern ab. Eine Photovoltaikanlage für den Eigenverbrauch kann die Betriebskosten zusätzlich senken.

Trotzdem bleibt die Einzelfallprüfung wichtig. Nicht jede Bestandsimmobilie sollte sofort auf Wärmepumpe umgestellt werden. Manchmal ist eine Wärmepumpe naheliegend, manchmal eine Hybridlösung, in anderen Fällen kann Fernwärme interessant werden. Entscheidend ist, was technisch möglich und wirtschaftlich vertretbar ist.

Alter Heizungszähler

Foto von iMattSmart auf Unsplash

Wärmepumpe Förderung bei Bestandsimmobilien: Zuschüsse bleiben ein wichtiger Faktor

Die Wärmepumpe Förderung bei Bestandsimmobilien spielt bei vielen Heizungsentscheidungen eine wichtige Rolle. Für den Kauf und Einbau klimafreundlicher Heizungen können Eigentümerinnen und Eigentümer bestehender Wohngebäude Zuschüsse erhalten. Wie hoch die Förderung ausfällt, hängt von der konkreten Maßnahme, der Eigentumssituation und den jeweils geltenden Förderbedingungen ab.

Für Käufer kann das relevant sein, wenn nach dem Erwerb eine Heizungsmodernisierung geplant ist. Eine Förderung kann die Investition besser kalkulierbar machen. Sie sollte aber nicht der einzige Grund für eine Entscheidung sein.

Am Ende muss die Technik zum Gebäude passen. Eine hohe Förderung hilft wenig, wenn die Anlage später ineffizient läuft oder zusätzliche Maßnahmen unterschätzt wurden. Deshalb gehören Fördermöglichkeiten, technische Prüfung und Zeitplan zusammen betrachtet.

Gesetzliche Entwicklung bleibt ein Unsicherheitsfaktor

Auch die politische Lage wirkt auf den Heizungsmarkt. Die Bundesregierung arbeitet an Änderungen des Gebäudeenergiegesetzes. Dabei geht es unter anderem darum, welche Anforderungen künftig für neue Heizungen gelten und welche Rolle Gas- und Ölheizungen noch spielen dürfen.

Für Eigentümer und Käufer heißt das: Bei konkreten Investitionsentscheidungen sollte die aktuelle Rechtslage geprüft werden. Selbst wenn fossile Heizungen weiterhin eingebaut werden dürfen, bleiben Energiepreise, CO₂-Kosten und mögliche Anforderungen an klimafreundlichere Brennstoffe relevant.

Der Wärmepumpen Trend wird dadurch nicht gestoppt. Im Bestand dürfte er aber weniger geradlinig verlaufen als im Neubau. Dort entscheiden nicht nur politische Vorgaben, sondern vor allem Gebäudetechnik, Wirtschaftlichkeit, Förderung und regionale Wärmeplanung.

Der Trend verändert den Blick auf Bestandsimmobilien

Der Wärmepumpen Trend 2026 zeigt zwei Geschwindigkeiten. Im Neubau ist die Wärmepumpe weitgehend angekommen. Im Bestand bleibt der Markt deutlich stärker von Gas und Öl geprägt.

Für Käufer rückt die Heizung damit weiter in den Mittelpunkt. Eine alte Anlage sollte geprüft, die möglichen Modernisierungskosten sollten realistisch eingeordnet werden. Für Verkäufer wird es wichtiger, den energetischen Zustand ihrer Immobilie nachvollziehbar darzustellen.

Bestandsimmobilien werden durch diese Entwicklung nicht automatisch unattraktiver. Entscheidend ist, ob ihr Zustand transparent ist und welche Modernisierungsperspektive sie bieten. Genau darin liegt die eigentliche Veränderung: Die Heiztechnik wird zu einem festen Bestandteil der Immobilienbewertung.

 

Artikel lesen

Weitere aktuelle Beiträge

7 Juni
Mit der Novelle der Ersatzbaustoffverordnung will der Bund mineralische Bauabfälle stärker im Kreislauf halten

Beim Bauen fällt viel Material an, das längst nicht immer auf der Deponie landen müsste. Genau hier setzt die Bundesregierung an. Am 3. Juni 2026 hat das Kabinett ein Aktionsprogramm zur Nationalen Kreislaufwirtschaftsstrategie verabschiedet und darin die Novelle der Ersatzbaustoffverordnung (ErsatzbaustoffV) angekündigt. Bauschutt und Erdaushub sollen häufiger zurück in den Kreislauf, der Verbrauch neuer Rohstoffe […]

Artikel lesen
31 Mai
Reform der Netzentgelte: Eigentümer von PV-Anlagen sollen mehr zahlen

Die Reform der Netzentgelte kann für Eigentümer von Photovoltaikanlagen neue Kosten bringen. Die Bundesnetzagentur plant Änderungen an der Allgemeinen Netzentgeltsystematik Strom, kurz Agnes. Ab 2029 sollen Haushalte mit eigener PV-Anlage stärker an den Stromnetzkosten beteiligt werden. Für Immobilienkäufer ist das vor allem dann relevant, wenn sie ein Haus mit bestehender Solaranlage kaufen möchten. Dann zählen […]

Artikel lesen